Cape Dutch Architektur – Südafrikas einmaliger Baustil

Cape Dutch Architektur – Südafrikas einmaliger Baustil

Zevenwacht Manor House

Als die ersten niederländischen Siedler im 17. Jahrhundert das Kap erreichten, brachten sie auch ihren Baustil mit, der sich in Südafrika zu einer ganz eigenen Richtung entwickelte: die kapholländische Architektur. Weiß verputzte, symmetrisch aufgebaute repräsentative Wohnhäuser mit dunklem Reetdach und dekorativem Giebel über der Eingangstür, der an die Fassaden der Amsterdamer Stadthäuser erinnern soll, sind markante Merkmale für diesen einzigartigen Baustil, der auch für viele Weingüter charakteristisch ist. So typisch die kapholländische Architektur für die Kapregion ist – in der Welt ist sie einzigartig.

Lanzerac
Das Manor House von Lanzerac.

Eines der berühmtesten Beispiele für die Cape Dutch-Architektur ist das Manor House des Weingutes Lanzerac, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1692 zurückreichen. Heute beherbergt das Gebäude ein stilvolles Fünf Sterne-Hotel und lädt zur Entspannung ein. Die Übernachtung in solch einem historischen Gemäuer bietet den Gästen ein ganz besonderes Flair und lässt längst vergangene Zeiten lebendig werden. Das spürt man auch auf dem Weingut Meerlust. Schon 1756 begrüßte das weiß erstrahlende Manor House den Besucher, wenn er die mit Bäumen gesäumte Allee hinauf schritt. Daran hat sich nicht viel geändert, die vielen historischen Gebäude des Gutes erzählen immer noch von seiner bewegenden Geschichte.

La Motte Haupthaus Terrasse (1)
Die Terrasse eines Cape Dutch-Hauses: La Motte

Heute sind die Häuser der kapholländischen Architektur wahre Schmuckstücke, ihre schöne Fassade war aber nicht der Grund, warum die holländischen Siedler sie auf diese Weise bauten, sondern weil die Häuser günstig, einfach und schnell zu errichten waren. Anfangs bestand das einstöckige und rechteckige Gebäude aus drei nebeneinanderliegenden Zimmern – der mittlere Raum diente dabei als Eingangsbereich – auf der Vorderseite gab es eine Veranda. Die dicken Wände bestanden meistens aus Lehm und wurden von außen mit Muschelkalk verputzt. Im Laufe der Zeit – mit florierender Wirtschaft und wachsendem Wohlstand – wurden die Wohnhäuser opulenter: Durch den Anbau von Außenflügeln entstand ein T-förmiger Grundriss, da in der Mitte des Haupthauses ein weiterer Flügel angeschlossen wurde. Daraus entwickelte sich durch den parallel zum Haupthaus verlaufenden Anbau weiterer Gebäude schließlich die H-Form.

La Motte
Der Giebel des Manor Houses von La Motte mit den Initialen der einstigen Besitzer.

Einen originalgetreuen T-förmigen Grundriss findet man noch beim 1751 errichteten Farmhaus von La Motte. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten wurde das Manor House 1975 zum National Heritage erklärt. Auch die charakteristischen und oft aufwendig und schön verzierten Giebel wurden erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts Teil der kapholländischen Architektur. Der imposante Giebel mit den Initialen der damaligen Besitzer ziert beispielsweise seit 1836 das Manor House von La Motte. Übrigens sollte der Giebel der Cape Dutch-Häuser nicht nur hübsch aussehen, er hatte auch eine praktische Funktion: Fängt das Reetdach Feuer, hält er die Flammen von der Haustür fern, damit sich die Bewohner ins Freie retten können.

Heute erinnern die Wohnhäuser im kapholländischen Stil an die jahrhundertelange Tradition der Weingüter. Das ist auch auf Zevenwacht der Fall, denn das Gut mit seiner malerischen Atmosphäre besteht schon seit mehr als 300 Jahren und verbindet seine lange Tradition sowohl mit nachhaltigem Anbau als auch einer ganz simplen Philosophie: Die wahre Qualität eines Weines beginnt am Weinberg.

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